Weltkulturerbe – Wie Weinreben und ein engagierter Pensionist das Ortsbild prägen.

(Auszug aus dem Artikel des Kurier vom 27.01.2011)

Wenn es gilt, den Abbruch von historischer Bausubstanzen in Wien-Döbling zu verhindern, dann spielt Grinzing eine bedeutende Rolle. Und eine ähnliche Rolle spielt auch der Pensionist Michael Lenzenhofer. Sein Verhältnis zum Denkmalschutz charakterisiert der rüstige Mann so: „Die sehen mich dort gar nicht gerne, aber los
werden sie mich auch nicht mehr.“

Lenzenhofer ist eine Art Ein-Mann-Bürgerinitiative. Er ist der Mitbegründer von CDG (Club der Grinzinger), des Vereines der Freunde Grinzings und schließlich der Initiative „Weltkulturerbe Grinzing“ – eine Art ausgelagerte Bürgerinitiative, die den Weinbau und die Kultur von Grinzing für die Nachwelt erhalten will.

Auch mit der „Aktion 21 – Pro Bürgerbeteiligung“ hat Lenzenhofer beste Verbindungen, wird er doch dort als offizieller Vertreter der „Ortsbildgruppe“ Grinzing geführt. Nicht zuletzt, weil er scharfe Kritik am letzten Leitbildprozess der Stadt für Grinzing geübt hatte.

Rettung

2009 hatte die Stadt hochoffiziell via Bürgerbeteiligung versucht, Grinzing zu retten. Herausgekommen ist eine Broschüre mit ein paar Hinweisen auf Schutzzonen und die Politiker-Versprechen, sich vehement für die Erhaltung des Weinortes und seiner 2000-jährigen Geschichte einzusetzen.

Viel mehr ist nicht geschehen. Kurz davor hatte der Verein der Freunde Grinzings und CDG mit der Ausrufung der „Weinrepublik Grinzing“ und ihrem Bundeskanzler, dem Schauspieler Karlheinz Hackl, für Schlagzeilen.

Was Michael Lenzenhofer und sein Lebenswerk betrifft: Er hat mit seiner Initiative schon zumindest für zehn Häuser in Grinzing den Denkmalschutz initiiert. Dass bisher rund 500 Häuser in den vergangenen Jahren in Weingärten errichtet worden sind, konnte auch er nicht verhindern. In der Nobelgegend werden in Weingärten ohne Bauwidmung Höchstpreise geboten.

Um so eifriger ist Lenzenhofer bei der Sache: Er will, dass Grinzing von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt wird. Wie die Semmeringbahn oder der Neusiedler See. Dazu müsste aber die Stadtverwaltung zustimmen, was sie bisher nicht getan hat.

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